Im Norden von La Gomera befindet sich in den Höhenlagen der sogenannte Nebelwald. Der heißt so, weil da häufig Wolken an den Bergen hängen und es dadurch neblig ist. Wir haben es vor ein paar Tagen selbst erlebt, dass wir abends auf dem Heimweg durch dichten Nebel fuhren, auf der Südseite aber alles wolkenfrei war.
Im Nebelwald ist es üblicherweise feucht. Wir konnten das anhand der vielen Moose und Flechten auch vermuten, zur Zeit ist es aber auf der ganzen Insel knochentrocken, selbst im Nebelwald.
Wir haben uns für eine kurzen Weg aus dem Wanderführer entschieden und wollten danach noch eine weitere Runde gehen. An dieser Stelle ein Lob dem Kompass Wanderführer – ohne ihn hätten wir nichtmal von dem Weg erfahren und ihn ganz bestimmt nicht gefunden und hätten uns obendrein fürchterlich verlaufen. Aber der Reihe nach…

La Laguna Grande ist mitten im Wald an der GM-2 Parkplatz, Freizeiterholungfläche und Nationalparkinformation. Ziemlich schrecklich, fanden wir, und da liefen nur Leute herum, die weder in den Wald noch auf das Erholungsgebiet zu passen schienen. Nunja, wir wollten ja auch nur parken und freuten uns über die Toilette.

Der Führer meinte, der Weg beginnt, wenn man 15m links vom Spiegel gegenüber der Parkplatzausfahrt über eine 2m hohen felsigen Untergrund mit Gestüpp klettert. Und da hatte er recht, allein mir fehlte zunächst der Glaube daran. Zögerlich kletterten wir in den Wald (mit der Angst vor einem plötzlich auftauchenden Ranger im Nacken) und siehe da, wie aus dem nichts erschien ein respektabler Pfad vor uns. Fein, nichts wie los.

Nun gab es noch zwei Abzweiger: links bei rot markierten Bäumen, rechts bei blauer Markierung. Nachdem wir den rechten Pfad ein ganzes Stück gelaufen waren, zeigte das GPS weniger Höhe an als hätte sein dürfen und wir probierten den linken.

Ein Wanderweg war das insgesamt nicht, mehr ein Wildwechsel. Zuweilen war er von Horizontalbäumen versperrt und die Brennesseln waren auch nicht so toll.

Schließlich fanden wir auch den Baum mit der blauen Markierung. Lösung: 15m zurück und dort rechts abbiegen. Noch ein wenig durchs Dickicht, und es schimmert tatsächlich Helligkeit hinter den Bäumen!

Wir treten aus dem Wald heraus auf ein Felsplateau, das sich gefühlt für einen Basejump eignen würde. Die Aussicht ist grandios, die Sonne scheint warm und wir beschließen, eine Weile da zu bleiben und das Wandern für heute auf diesen Weg zu beschränken.


Der Rest des Tages war daher wenig ereignisreich. Weitere Bilder gibt es in einem gesonderten Artikel.
Danke für die vielen Eindrücke von dieser tollen Insel!